Dampfen soll in Wales verboten werden

Veröffentlicht am: 02.07.2015 22:13:07
Kategorien : News , Themen

Bild: flickr.com // Les Haines // CC BY 2.0

Die E-Zigarette konnte in den letzten Jahren zahlreiche begeisterte Anhänger finden, sorgt allerdings auch immer wieder für Kritik. In Wales wurde nun Anfang Juni ein konkreter Gesetzesvorschlag auf den Weg gebracht, der das Dampfen in der Öffentlichkeit ab 2017 untersagen soll. Mit ihrem harten Feldzug gegen die E-Zigarette stehen die Waliser allerdings nicht allein da. In ganz Europa und den USA sieht sich der E-Raucher mit herben Sanktionen konfrontiert.

Der Kampf gegen den Dampf

Das Ansehen der E-Zigarette ist in der Öffentlichkeit recht zwiegespalten. Während die einen das Dampfen als Alternative zur konventionellen Zigarette betrachten, sehen andere in der E-Zigarette eine Gefahr, die das Rauchen wieder salonfähig machen könnte. Diese Meinung vertritt offensichtlich auch die walisische Regierung und einigte sich nun auf ein Gesetz, dass das Rauchen in der Öffentlichkeit strikt verbieten soll.

Spätestens ab 2017 müssen sich die Dampfer im britischen Königreich also mit Einschränkungen abfinden. Ausschlaggebend hierfür: Der Gesundheitsminister Mark Drakeford sieht in der E-Zigarette eine Gefahr, die insbesondere Jugendliche zum Rauchen verführen könnte, da die Konsequenzen von Tabak und Co. verharmlost würden.

Auch in Deutschland und insbesondere in den USA nimmt die Kritik an der E-Zigarette ständig zu. Regierung und Gesundheitsexperten wollen das Dampfen daher zukünftig weitestgehend regulieren und ähnliche Gesetze erschaffen, wie für den konventionellen Zigarettenkonsum. Es bleibt abzuwarten, wie „bequem“ das Dampfen (im Vergleich zur Tabakzigarette) in Zukunft sein wird.

Die perfekte „Einstiegszigarette“?

Der größte Kritikpunkt, der von Experten und Politikern gegenüber der E-Zigarette immer wieder angebracht wird, ist die vermeintliche Verharmlosung des Rauchens. Besonders junge (beeinflussbare) Erwachsene finden Gefallen an den süßen Liquids, die für die elektronische Zigarette in zahlreichen Variationen angeboten werden. Die E-Zigarette gilt daher als eine Art Übergangsalternative, die den Konsumenten über kurz oder lang zur konventionellen Tabakzigarette führen könnte. Eine Theorie, die in vielen Ländern, darunter nun auch Wales, in den letzten Jahren durch diverse Studien und Umfragen unter Jugendlichen untermauert werden sollte.

Der Schutz der Jugend ist eines der Hauptargumente, warum die Regierung in Wales gegen das freie Dampfen vorgehen will. Der Kampf gegen die Tabakzigarette darf vor der elektronischen Variante nicht halt machen, andernfalls würden die Verbraucher den Eindruck gewinnen, dass die E-Zigarette wesentlich harmloser als der gewöhnliche Glimmstängel sei – so die Argumentation. In einem Punkt ist die Argumentation jedoch lückenhaft: Stand heute fehlt es an langfristigen Studien, die die Gefahren oder Vorteile der E-Liquids beweisen könnten.

Die potenzielle Gefahr der E-Zigarette

Unabhängig von der Tatsache, dass es Langzeitstudien fehlt, ist ein Faktor schon heute klar: Beim Konsum einer E-Zigarette gelangen wesentlich weniger Schadstoffe in die Lunge, als beim Rauchen von Tabakprodukten. Lediglich das Propylenglykol (PV), das das Aroma und die Wirkung des Nikotins im Liquid verstärken soll, sorgt aus gesundheitlicher Sicht für Kopfschmerzen. Nebenwirkungen des PVs sind nämlich noch nicht näher erforscht worden, daher ist es schwer zu sagen, welche gesundheitlichen Risiken der Stoff birgt, der unter anderem auch in Nebelmaschinen eingesetzt wird.

Ein weiteres Gefahrenpotenzial sind zudem die Bestandteile der flüssigen Aromastoffe, deren Zusammensetzung momentan noch keiner gesetzlichen Vorschrift unterliegt. Das soll sich zukünftig zwar ändern, die Hersteller haben jedoch noch freie Hand, was die Anfertigung ihrer Liquids betrifft. Auch hier setzt die walisische Regierung verstärkt an, um der eigenen Argumentation an Standhaftigkeit zu verleihen.

E-Dampfer in Wales müssen sich also bereits in naher Zukunft mit einigen Veränderungen abfinden. Das kleine Land in Großbritannien gilt dabei als kleiner Vorgeschmack auf mögliche Gesetzesentwürfe, die auch in Deutschland und dem Rest der Welt bereits in den Startlöchern stehen könnten – und vielleicht bald traurige Realität werden.