Der Studien-Trick: Wie man die E-Zigarette gezielt schlecht darstellt (Teil 2)

Veröffentlicht am: 16.02.2016 19:43:41
Kategorien: Themen Rss feed

Bild: flickr.com // Bruce Guenter // CC BY 2.0

Studien rund um die E-Zigarette gibt es viele und die meisten fallen nicht sonderlich positiv aus. Ein guter Grund, einen genauen Blick auf die Fakten hinter dem Deckmantel der fundierten Tatsachen zu werfen. Wie genau wurde gearbeitet und welche Faktoren könnten das Ergebnis negativ beeinflusst haben? Das alles im heutigen zweiten Teil der Artikelserie Der Studien-Trick: Wie man die E-Zigarette gezielt schlecht darstellt“ (hier klicken um zum ersten Teil zu gelangen).

Der Trick mit der Einstiegsdroge: Panikmache unter besorgten Eltern

Kaum ein anderes Thema hat die E-Zigaretten Studien der letzten Jahre so bewegt, wie die potenzielle Gefahr für Jugendliche. Dabei gingen Forscher rund um den Globus den unterschiedlichsten Hintergründen auf den Grund. Inwieweit animiert das Dampfen zum Beispiel zum Griff zur Tabakzigarette und in welchem Zusammenhang stehen E-Zigarette und Alkoholkonsum?

Kein Wunder, dass die elektrische Zigarette unter besorgten Eltern einen schweren Stand hat. Dazu trug zum Beispiel auch eine Studie aus den USA bei, die untersuchte, ob E-Zigaretten junge Menschen zum späteren Griff zur Tabakzigarette animieren. Befragt wurden dafür über 2.500 Schüler im Alter von 14 Jahren, die noch nie zuvor geraucht hatten.

Am Ende kam man zum Schluss, dass jene Jugendliche, die bereits Erfahrungen mit der E-Zigarette gesammelt haben, später auch ein größeres Interesse an der konventionellen Zigarette zeigten als die, die vorher nicht gedampft haben.

Allerdings wurde in diesem Test nicht differenziert zwischen Teenagern, die die E-Zigarette nur einmal ausprobiert haben und denen, die vorher regelmäßig gedampft haben. Es bleibt also unklar, wie stark die Beeinflussung durch die E-Zigarette hier tatsächlich gewesen ist. Wer einmal dampft und ein Jahr später – aus welchen Gründen auch immer - zur Tabakzigarette greift, wurde schließlich nicht Monate später von den Auswirkungen des einmaligen Dampfens verführt.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kam auch eine weitere Studie aus den USA. Die will nachweisen können, dass das Dampfen Teenager zum Rauchen animiert. Dabei deckt die Studie lediglich auf, dass dampfende Teenager schneller zur Tabakzigarette griffen als strikte Nichtraucher. Eigentlich nicht überraschend.

Dampfen führt zum Alkoholmissbrauch – ist das wirklich so?

Den Zusammenhang zwischen Alkoholmissbrauch und E-Zigaretten will hingegen eine britische Dampf-Studie aufbringen können, die dafür 16.000 Jugendliche befragte. Demnach sollen Teenager, die dampfen, gleichzeitig in der Regel auch Raucher sein und nebenbei beim Dampfen regelmäßig zum Alkohol greifen. Das hänge dann mit einer Vielzahl an Problemen zusammen (beispielsweise Gewalt im Alkoholrausch), für die auch die E-Zigarette mit verantwortlich sein soll.

Geklärt wird allerdings nicht, ob die Befragten zuerst geraucht oder gedampft haben. Der Grundstein des Übels wird somit also nicht klar entlarvt, was eigentlich nur eines unterstreicht: Teenager sind experimentierfreudig und setzten sich gerne mit Dingen auseinander, die eigentlich verboten oder untersagt sind. Das war auch schon vor der Markteinführung der E-Zigarette so und wird sicherlich auch weiterhin der Fall bleiben.

Besser Rauchen? Warum die E-Zigarette nicht zur Rauchentwöhnung geeignet sein soll

Die nächste US-Studie befasste sich mit den Auswirkungen des Dampfens auf eine erfolgreiche Rauchentwöhnung. Als Grundlage dafür dienten Anrufer einer Quit-Smoking-Hotline, die hinsichtlich Ihrer E-Zigaretten Erfahrung befragt wurden.

Am Ende der Studie kristallisierte sich so heraus, dass Raucher die zuvor bereits gedampft hatten, größere Probleme beim Entzug haben als reine Tabakzigarettenraucher. Im Ergebnis geht man sogar so weit, dass die E-Zigarette die erfolgreiche Rauchentwöhnung sogar eher verhindere, als sie begünstigt.

Allerdings hat auch diese Studie einen großen Schwachpunkt: Sie berücksichtigt lediglich die Erfahrung von Rauchern, die offensichtlich mit einem besonders schweren Entzug zu kämpfen haben. Bei denen erfüllte dann auch der Produrchlauf mit der E-Zigarette keinen zufriedenstellenden Effekt, weshalb sie sich mit einem letzten Versuch an die Experten-Hotline wenden.

Das Ergebnis der Studie stand also von Anfang an fest: Man konzentriert sich auf besonders stark abhängige Raucher und spricht der E-Zigarette somit jegliche Unterstützung während der Entwöhnung ab. Auffällig ist, dass dieses Problem bei vielen Studien dieser Art besteht.

Es werden teilweise sogar gezielt Probanden eingesetzt, die gar keine Absicht haben, das Rauchen aufzugeben. All das ist natürlich willkommenes Futter für die Anti E-Zigaretten Lobby – allerdings gibt es für Kritiker weitere Unterstützung in Form von Studien, die sich mit den Liquids und deren Substanzen auseinandersetzen, denn hier lauert angeblich die größte Gefahr. Was das genau heißt erfahren Sie im dritten Teil der Artikelserie „Der Studien-Trick: Wie man die E-Zigarette gezielt schlecht darstellt“.

 

 

 

 

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