Die 20 wichtigsten E-Zigaretten Studien (Teil 2)

Veröffentlicht am: 03.08.2015 15:06:15
Kategorien: Themen Rss feed

 

Bild: flickr.com // TBEC Review // CC BY 2.0

Zweifellos sorgt die E-Zigarette immer wieder für herbe Kritik - unter anderem, weil viele Forscher in den süßen Liquids und der „harmlosen“ Rauchalternative eine enorme Gefahr für Jugendliche und Kinder sehen. Im ersten Teil wurde bereits deutlich, dass die E-Zigarette, laut Studien, durchaus die weniger risikobehaftete Alternative ist. Aber verführt das Dampfen Jugendliche tatsächlich zum Rauchen? Und welche Gefahren stellen die prägnanten Aromastoffe der Liquids tatsächlich dar?

 

Die E-Zigarette – Ernste Gefahr für Jugendliche?

Der Schutz der Jugend und Kinder hat Priorität: Daher entschloss sich die EU auch für erste Regulierungsmaßnahmen, um Jugendliche vor der potenziellen Gefahr der E-Zigarette zu schützen. Studien, wie die 2014 durchgeführte CDC-Studie, wollen schließlich belegen, dass Jugendliche durch die E-Zigarette zum Tabakkonsum verleitet werden. Auch eine Studie aus Wales, die im Fachmagazin BMJ Open veröffentlicht wurde, will den Reiz der E-Zigarette für Jugendliche verdeutlichen. Hier wird unter anderem aufgezeigt, das Jugendliche öfter zur E-Zigarette greifen als zur Tabakzigarette.

Andere, wie beispielsweise die Forschergruppe einer Studie aus Frankreich, ebenfalls aus dem Jahr 2014, belegen jedoch, dass die E-Zigarette nicht als Einstiegsdroge zum Tabak betrachtet werden kann. Kein Jugendlicher hatte hier nach dem Konsum der E-Zigarette das Bedürfnis, auch eine Tabakzigarette zu probieren.

Auch der Vorwurf, die süßen Aromastoffe könnten das Interesse der jungen Leute erwecken, scheint haltlos. So urteilt zumindest eine weitere Studie, die unter der Leitung von Saul Shiffman durchgeführt wurde. Hier beobachtete man sogar, dass das Interesse der Jugendlichen an der E-Zigarette auffällig niedrig sei, während vor allem Erwachsene sich für die unterschiedlichen Aromastoffe begeistern können.

 

Aromastoffe und die gefürchtete Popcornlunge

Durch die Zubereitung von Mikrowellen-Popcorn sollen künstliche Aromastoffe beim Einatmen in die Lunge eindringen, was wiederum zu ernsten Atemwegserkrankungen führen könnte. Dieses Phänomen, das auch unter dem Begriff „Popcornlunge“ bekannt ist, fürchten viele Experten auch beim Einatmen der flüssigen Aromastoffe der E-Zigarette. Das Problem: In den Liquids sind in erster Linie Aromastoffe finden, die lediglich zum Verzehr geeignet sind. Ob diese auch unbedenklich eingeatmet werden können, ist noch nicht klar. Forscher der Portland State University im US-Bundesstaat Oregon kommen in ihrer Studie sogar zum Schluss, dass die empfohlene Menge an Aromastoffen in den Liquids deutlich überschritten wird. Die Konsequenzen bei einem dauerhaften Konsum, seien nicht abzuschätzen.

 

Kopfschmerzen bereitet auch das enthaltene PV, das neben den Aromastoffen zum Hauptbestandteil der Liquids zählt. Allerdings belegt eine Studie um den Wissenschaftler Michael Werley, das Propylenglykol unbedenklich sei und eine Aufnahme über die Atemwege mit keinerlei toxischen Nebenwirkungen verbunden ist. Auch aktuelle Studien aus Neuseeland zeigen auf, dass es sich bei PV um ein stark antibakteriell wirkendes Mittel handelt, das sogar das Abklingen einer Bronchialentzündung unterstützt und beim direkten Kontakt und inhalieren unbedenklich sei.

 

Die Zukunft der E-Zigarette

Vor- und Nachteile gibt es überall, hier stellt natürlich auch die E-Zigarette keine Ausnahme dar. Durch Regulierungen und neue Gesetze versuchen die EU und die jeweiligen Mitgliedsstaaten, eine gewisse Struktur in den Gebrauch dieses neuartigen Genussmittels zu bringen. Bereits im Jahr 2012 wurde durch eine europaweite Studie (veröffentlicht in der Zeitschrift „TabaccoControl“) klar, dass das Interesse an der E-Zigarette enorm ist. Rund 29 Millionen Menschen innerhalb der EU hatten zu diesem Zeitpunkt bereits Erfahrung beim Dampfen sammeln können.

 

Der britische Suchtforscher Peter Hajek, der durch seine Forschung bereits den geringen Anteil an Schadstoffen in der E-Zigarette nachweisen konnte, warnt in einer weiteren Studie allerdings vor einer möglichen Überregulierung der E-Zigarette, insbesondere wenn diese zum Arzneimittel erklärt werden würde. Das Dampfen sei nachweislich eine mögliche Alternative, um den Tabakkonsum weltweit zu reduzieren – eine Überregulierung komme letztendlich nur einem zu gute: der Tabakindustrie.

Die zahlreichen Studien belegen, dass die E-Zigarette weniger gesundheitliche Gefahren birgt, als viele Kritiker gerne behaupten. Insbesondere das Thema „Jugendliche und E-Zigaretten“ ist letztendlich nicht derartig gravierend, wie viele Politiker und Gesundheitsorganisationen es gerne darstellen. Entscheidend sind nun natürlich noch Langzeitstudien, um den Stand der E-Zigarette im „Kampf“ gegen die Tabakvariante endgültig zu festigen. Bis dahin werden jedoch noch einige Jahre ins Land gehen.

 

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