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Die Wahrheit über Diacetyl und die Popcorn-Lunge (Teil 1)

veröffentlicht 14.07.2016 11:09:14
Kategorien Blog


Diacetyl und die Popcorn-Lunge

Als Dampfer ist man das Thema mittlerweile fast schon leid. Dennoch: An Aktualität scheint das Märchen um die Popcorn-Lunge in Verbindung mit der E-Zigarette nicht zu verlieren. Regelmäßig lesen wir von Studien, die die angebliche Gefahr durch das Diacetyl – das vermeintlich verantwortlich für die Bronchialerkrankung ist – nachgewiesen haben. Dabei versteckt sich die gefährliche Substanz natürlich auch in den E-Liquids, die Dampfer überall auf der Welt tagtäglich konsumieren. So zumindest der Vorwurf der Wissenschaft. In der Realität stellt sich aber schnell heraus, dass hier viel Dampf um Nichts gemacht wird.

Was ist eine Popcorn-Lunge?

Grundsätzlich gilt es erst einmal zu klären, was eine Popcorn-Lounge überhaupt ist, ehe das Thema näher beleuchtet wird. Der Begriff Popcorn-Lunge erregt natürlich Aufmerksamkeit und hört sich „besser“ an, als der medizinische Name der Lungenerkrankungen, die sich eigentlich „Bronchiolitis obliterans (BO)“ schimpft.

Das merkwürdige daran: Seit des Siegeszugs der E-Zigarette ist der Begriff Popcorn-Lunge in den Medien besonders weit verbreitet, obwohl der Ursprung dieser Erkrankung nichts mit dem Dampfen, sondern vielmehr etwas mit Butteraromen zu tun hat.

Diese Aromen lassen sich zum Beispiel in Mikrowellen-Popcorn finden. Seit 2005 steht die Krankheit mehr oder weniger im Fokus, da diverse Arbeitnehmer in amerikanischen Produktionsstätten für Mikrowellen-Popcorn oder sogar Kinomitarbeiter ihre Arbeitgeber für den Ausbruch der Krankheit verantwortlich machten. Da die Mitarbeiter dem Butteraroma und dem darin enthaltenen Diacetyl ständig ausgesetzt waren, fand man hier einen vermeintlichen Zusammenhang. Ob dieser tatsächlich existiert – dazu später mehr.

Popcorn LungeSo lustig die Popcorn-Lunge auch klingen mag. Es handelt sich um eine äußerst ernste Erkrankung, die durch den medienwirksamen Begriff eigentlich nur unnötig „verniedlicht“ wird. Wer erkrankt, der leidet an einer kontinuierlichen Entzündung der Bronchien ohne Aussicht auf Heilung. Die Folge sind gravierende Atemprobleme, die sich nicht mehr behandeln lassen.

Ein echtes Horror-Szenario, das sich E-Zigaretten Kritiker und Wissenschaftler gerne zunutze machen, um der E-Zigarette einen faden Beigeschmack zu verleihen.

Diacetyl-Studien geben Rätsel auf

Eine Studie der Harvard School of Public Health sorgte Anfang des Jahres wieder einmal für ein ungutes Gefühl und ein entsprechendes Echo in der Presse. Die Wissenschaftler wollen nachgewiesen haben, dass der größte Teil der getesteten Liquids mit einem extrem hohen bis „lebensgefährlichen“ Anteil an Diacetyl aufwarten konnten.

Getestet wurden rund 51 unterschiedlichen Liquids, von denen ganze 75 Prozent mit der Chemikalie belastet waren. Auch Aceton – bekannt aus Nagelackentferner – ließ sich in einigen getesteten Liquids nachweisen. Dabei konzentrierte sich das Wissenschaftlerteam ausschließlich auf Aromen, die vorrangig Jugendliche oder Kinder ansprechen könnten, um die potenzielle Gefahr zu verdeutlichen.

Das perfektioniert die schreckliche Nachricht natürlich. Nicht nur Dampfer selbst sind in Gefahr, sondern auch Kinder, die von den süßen fruchtigen Aromen angelockt werden könnten.

In Zahlen heißt das, dass eine Menge von durchschnittlich 9 Mikrogramm Diacetyl in den Liquids festgestellt wurde. Am auffälligsten belastet war ein Liquid mit einem Wert von 233 Mikrogramm, mit dem Aroma „Pfirsich Schnaps“. Ganze 33 der 51 Liquids hingegen waren entweder frei von Diacetyl oder lediglich minimal mit 2,3 Milligramm belastet. (http://blog.rursus.de/2015/12/diacetyl-es-ist-einfach-dinge-kompliziert-zu-machen/)

Orientiert man sich nun am Durchschnittswert von 9 Milligramm, muss man natürlich beurteilen können, ob dieser Wert mit gesundheitlichen Risiken verbunden ist. Droht Ihnen als Dampfer, der durch sein Lieblingsliquid diese Menge täglich konsumiert, ein ähnliches Schicksal wie den Kinomitarbeiter aus den USA?

Um das Studienergebnis besser beurteilen und differenziert betrachten zu können, widmen wir uns im nächsten Teil des Artikels „Die Wahrheit über Diacetyl und die Popcorn-Lunge“ der möglichen Gefahr, die das festgestellte Diacetyl bergen könnte. Außerdem fragen wir uns, ob die Studienergebnisse für Dampfer in Europa überhaupt relevant sind und warum so wenig Tabakraucher an der Popcorn-Lunge erkranken. Denn auch die Tabakzigarette birgt in Form eines extrem hohen Diacetyl-Gehalts ein großes allgemein unbekanntes Risiko. Dazu demnächst mehr.

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