E-Liquid reifen lassen: Der ultimative Guide

29.06.2016 15:21:17 Themen , Tipps

Fast jeder Dampfer hat bereits die eine oder andere negative Erfahrung mit E-Liquid sammeln müssen. Das Vanille Liquid schmeckt zum Beispiel nicht süß genug oder dem Frucht-Liquid, das eigentlich nach Wassermelone schmecken soll, fehlt es am entsprechenden natürlichen Aroma.

Eigentlich ist das aber kein Grund, das Liquid gleich wieder abzuschreiben und sich nach einer neuen Alternative umzusehen. Viele Dampfer wissen nämlich nicht, dass auch die flüssigen Aromastoffe Zeit benötigen, um ihre volle Geschmacksintensität zu entwickeln. Der Dampfer kann also selbst bei gekauften Aromen den Geschmack maßgeblich beeinflussen. Dafür stehen unterschiedliche sogenannte „Steeping“ Methoden zur Verfügung, die wir Ihnen in diesem ultimativen „Reife-Guide“ zeigen möchten.

„Steeping“ Liquids – Was bedeutet das überhaupt?

Zunächst müssen wir natürlich klären, was genau dieses sogenannte Liquid „Steeping“ überhaupt ist. Übersetzt beschreibt dieser Vorgang soviel, wie das Liquid „ziehen zu lassen“. Dieses Verfahren kennt man bereits aus der Herstellung von Wein, der teilweise über mehrere Jahre reifen muss, um das gewünschte Aroma zu entwickeln.

Interessanterweise funktioniert das bei E-Liquids nach einem recht ähnlichen Prinzip, das einige Dampfer für sich entdeckt haben. Selbst viele Hersteller raten mittlerweile dazu, das E-Liquid zunächst „reifen“ zu lassen, anstatt es sofort in den Tank zu füllen.

Wie genau dieser Reifeprozess dabei letztendlich funktioniert, hängt stark von der gewählten Methode ab. Oft ist es zum Beispiel üblich, das Liquid-Fläschchen zu schütteln oder es zu öffnen, damit Luft an die Aromastoffe gelangt.

Einen Überblick über einzelnen gängigen Methoden, erhalten Sie im Verlauf dieses Artikels. Zunächst sollte man sich natürlich darüber klar werden, welche Vorteil dieses zusätzliche Reifen des Liquids mit sich bringt und warum sich das „Steeping“ für Sie als Dampfer durchaus lohnt.

E-Liquids reifen lassen – Die Vorteile

Um den Reifeprozess des Liquids zu verdeutlichen, hilft ein einfaches Beispiel aus dem Küchenalltag: Sie kaufen sich im Supermarkt ein paar Bananen, die (noch) leicht grünlich gefärbt sind. Fans der süßen Frucht sind zunächst enttäuscht, da die Banane zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich den typisch süßen Geschmack entfaltet hat.

Liquids reifen lassenZunächst muss die Frucht also reifen und nimmt mit der Zeit die gelbliche Färbung an, wird später sogar bräunlich. Mit der Farbe verändert sich zeitgleich auch der Geschmack.

Ähnlich verhält es sich bei den Liquids, die oft frisch vom Händler zusammengestellt werden und innerhalb kürzester Zeit beim Käufer eintreffen. Dabei werden sehr unterschiedliche Inhaltsstoffe miteinander vermischt, die sich zunächst harmonisch zusammenfügen müssen, damit ein wirklich intensives stimmiges Aroma entsteht.

So beklagen viele Dampfer beim ersten Liquid Test oft den Geschmack des Liquids. Ein Vanille Aroma schmeckt nicht genug nach Vanille oder ein Menthol-Liquid erscheint sehr scharf und schon fast zu intensiv? Dies legt sich nach einiger Zeit, wenn die Inhaltsstoffe sich „aufeinander eingestimmt“ haben.

Das macht sich dann daran bemerkbar, dass sich das Aroma häufig gänzlich verändert. Ein Liquid, das mehrere Tage reifen durfte, schmeckt also ganz anders, als ein Aroma, das gerade erst vom Paketdienst geliefert wurde. Das macht sich sogar nicht nur geschmacklich bemerkbar, sondern auch optisch. Viele Liquids nehmen mit der Zeit nämlich eine dunklere Färbung an, was uns zurückbringt zum Eingangsbeispiel mit der Banane.

Dampfer Neulinge finden dies zunächst irritierend, vermuten sogar, dass das Liquid nicht mehr haltbar sein könnte. Das ist allerdings nicht der Fall – im Gegenteil. Für manche Liquids wie beispielsweise Vanille oder Wassermelone ist eine solche Verfärbung oft sogar typisch.

Der Vorteil der Liquid Reifung liegt also auf der Hand. Sie profitieren von einem wesentlich intensiveren Geschmackserlebnis und sind somit sogar in der Lage, das Aroma einer Liquid-Sorte gezielt zu optimieren. Aber wie muss man dabei vorgehen?

Der E-Liquid Reifeprozess – einfache Methoden für zu Hause

Es gibt sehr unterschiedliche Methoden, die sich mittlerweile bewährt haben, um ein Liquid reifen zu lassen. Ob sich damit aber tatsächlich die gewünschten Ergebnisse erzielen lassen, darüber gibt es sehr unterschiedliche Meinungen.

Manche Dampfer sind der Ansicht, dass konventionelle Steeping-Methoden das Aroma das Liquids kaum oder nur bedingt ändern, während andere durch die Reifemethoden einen drastisch veränderten Geschmack bezeugen wollen. Wie immer bei Liquids ist das eine reine Geschmacksfrage und richtet sich stark nach den individuellen Ansprüchen des Dampfers.

Dennoch könnte die eine oder andere der folgenden Methoden einen Versuch wert sein:

  • E-Liquids schütteln und „lüften“

Dies ist sicherlich die einfachste Methode, die jeder ganz einfach nebenbei umsetzen kann. Die Liquid Flaschen werden hier immer wieder in regelmäßigen Abständen geschüttelt und gut geschützt vor Sonnenlicht und Hitze verwahrt. Zusätzlich werden die Aromastoffe hin und wieder „gelüftet“. Das heißt, der Deckel wird abgeschraubt, damit Sauerstoff an die Aromazusätze gelangt. Dabei gilt immer: Vorsicht bei Kindern und Tieren im Haushalt!

Wie lange man diese Methode durchführt, hängt von der gewünschten Aromenentwicklung ab und kann so nicht genau festgelegt werden. Oft empfiehlt es sich aber, eine Zeitspanne von 2 bis 4 Wochen zu nutzen, ehe das Liquid sozusagen „dampfbereit“ ist. Das trifft insbesondere auf Dessert-Aromen oder auch Tabak-Liquids zu. Fruchtige oder frische Aromen hingegen entwickeln oft bereits nach einer wesentlich kürzeren Zeit ihre volle Intensität, verlieren diese sogar, wenn man den Steeping-Prozess zu lange fortsetzt.

  • E-Liquids erhitzen

Hitze ist eine weitere Möglichkeit, um ein Liquid gezielt reifen zu lassen. Eine besonders einfache Methode: Legen Sie das Liquid an einem warmen Sommertag für mehrere Stunden in das Handschuhfach ihres Autos.

Aber auch ein klassisches Wasserbad bietet sich dafür an. Hier wird Wasser in einem Kochtopf erhitzt (kein kochendes Wasser verwenden!) und die Liquid Flasche wird verpackt in einer Plastiktüte in das Wasserbad gelegt. Hier bleibt sie für rund zehn bis 15 Minuten. Ein anschließendes Test-Dampfen gibt Aufschluss, ob ein weiteres Wasserbad erforderlich ist oder ob das Aroma bereits intensiviert wurde.

Ähnlich kann man auch mithilfe von ungekochten Reiskörnern verfahren. Diese werden in der Mikrowelle erhitzt. Anschließend wird die Liquid Flasche in den Reiskörnern platziert, wo sie sich ein wenig aufwärmen darf. Ist das gewünschte Aroma anschließend noch nicht erreicht, kann der Vorgang wiederholt werden.

Aber Achtung: Hitze birgt auch einen gegenteiligen Effekt. So kann das Aroma abgeschwächt werden, wenn das Liquid zu stark und zu lange erhitzt wurde.

Das Reifen von E-Liquids ist keine Kunst, sondern lässt sich mit ein paar einfach kleinen Tricks auch ganz einfach zu Hause durchführen. Es lohnt sich in jedem Fall, insbesondere bei Liquids, denen momentan (Ihrer Ansicht nach) noch das gewisse „Extra“ fehlt. Die haben definitiv eine zweite Chance verdient und können über die gängigen Steeping-Methoden schnell zeigen, was tatsächlich in ihnen steckt.

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