Ehemaliger Direktor der WHO: E-Zigaretten retten Leben

26.11.2015 17:30:38 Themen


In jüngster Zeit erfuhr die E-Zigarette immer öfter Kritik. Sei es vonseiten der Regierungen oder von Gesundheitsorganisationen, die auf die möglichen Risiken des Konsums aufmerksam machen. Ganz anders hingegen tritt der Experte für Tabakabhängigkeit und ehemaliger Direktor der WHO Derek Yach dem Dampfen entgegen.

Der Gesundheits- und Suchtexperte Derek Yach ist sich sicher, dass die E-Zigarette eine ausgezeichnete Alternative zur Tabakvariante darstellt. Sie könnte (langfristig betrachtet) sogar zahlreiche Leben retten – andere Forscher sind sich hier zumindest unsicher.

Hoffnung E-Zigarette

Während viele andere Forscher sich noch uneins sind, ob die E-Zigarette tatsächlich eine gute Rauchalternative darstellt, ist sich Yach darüber mittlerweile mehr als sicher. In der Vergangenheit führte der britische Forscher diverse Studien durch, um die Gefahren der konventionellen Zigarette mit der der E-Zigarette zu vergleichen. Letztendlich kommt er zu einem klaren Urteil und sieht in der E-Zigarette sogar eine Möglichkeit, um Krankheiten, die auf Tabakkonsum zurückzuführen sind, dauerhaft zu senken.

Dabei verweist er auf die ständig verbesserte Technik der E-Zigarette, die von den Herstellern in den letzten Jahren optimiert und ausgebaut wurde. Sobald die E-Zigarette voll und ganz mit der konventionellen Variante mithalten kann, würden viele Raucher den Wechsel sicher in Betracht ziehen und dadurch die eigenen gesundheitlichen Risiken erheblich senken.

Yach: Es gibt keine Beweise für ein Gesundheitsrisiko beim Dampfen

Yach geht so weit, dass er das Risiko beim Tabakkonsum hundertmal so hoch einschätzt, als es beim Dampfen der Fall ist. Bis heute konnte er keine Beweise finden, ob das Dampfen überhaupt Risiken birgt. Die Schadstoffe, die beim Verbrennungsprozess der Tabakzigarette entstehen, sind hingegen weitaus gefährlicher.

Lungen und Herz werden in Mitleidenschaft gezogen und das Krebsrisiko steigt erheblich an. Im Gegensatz dazu stehen die Chemikalien in den Liquids, die allerdings gering dosiert sind und somit kaum Risiken bergen.

Kritik an Regulierungsansätzen

Angesichts der Vorteile der E-Zigarette sieht Yach sie als revolutionäre Möglichkeit, um besonders starken Rauchern die Zigarettenentwöhnung zu erleichtern. Natürlich sei es immer besser, das Rauchen komplett einzustellen, aber wenn es eine Möglichkeit gibt, die Risiken zumindest zu minimieren, warum diese nicht einfach nutzen?

Yach steht daher auch den Regulierungsansätzen der EU relativ kritisch gegenüber. Er bezeichnet sie sogar als verhängnisvoll, insbesondere was eine mögliche Apothekenpflicht betrifft. Die E-Zigarette als medizinisches Produkt einzustufen hätte herbe Konsequenzen für die Entwicklung der Modelle. Hersteller würden so vom Markt verdrängt – die Zukunft der E-Zigarette wäre ungewiss.

Zusätzlich würde man der konventionellen Zigarette zusätzlichen Spielraum einräumen, da die Etablierung der elektrischen Variante erschwert wird. Yach verweist dabei auch auf weitere Nikotin-Ersatzmittel, wie Nikotinpflaster oder Kaugummis, deren Akzeptanz und Entwicklungsprozess durch die Apothekenpflicht ebenfalls erschwert würde. Der E-Zigarette blüht nach seiner Ansicht ein ähnliches Schicksal. Zumindest in den Ländern, in denen sich die Einstufung als medizinisches Produkt durchsetzen wird.

Von der Regulierung profitierten letztendlich nur die Tabakkonzerne. Für diese stellt die E-Zigarette eine enorme Bedrohung dar, insbesondere aus finanzieller Sicht. Feilen die Hersteller zukünftig an besseren Technologien, ist es durchaus möglich, das bald Modelle erhältlich sind, die hinsichtlich des Raucherlebnisses mit dem einer Tabakzigarette vergleichbar sind – nur ohne die Schadstoffe, die gefährliche Krankheiten begünstigen.

Wird die Entwicklung der E-Zigarette also zu stark eingegrenzt oder beschränkt, bleiben auch die typischen Krankheitsbilder ein gesellschaftliches Ur-Problem. Yach plädiert daher dafür, der E-Zigarette als potenziellen zukünftigen Lebensretter mehr Freiraum zu gewähren.

Nach Ansicht von Derek Yach liegen die Vorteile der E-Zigarette auf der Hand. Sie stelle eine revolutionäre Alternative im Bereich der Rauchentwöhnung dar und hat das Potenzial, den Gesundheitsstatus zahlreicher Raucher auf der ganzen Welt zu verbessern. Wichtig ist nur, dass die Hersteller dieses Potenzial weiter ausschöpfen dürfen. Und das am besten ohne übertriebene Regulierungsansätze der Gesetzgeber.

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