Können E-Zigaretten einen Rauchmelder auslösen?

Veröffentlicht am: 16.10.2015 13:46:36
Kategorien: Themen Rss feed , Tipps Rss feed

Rauchmelder

Bild: flickr.com // ABUS Rauchmelder // CC BY-ND 2.0

Dass normale Zigaretten mit ihrem Rauch einen Feuermelder auslösen können, ist kein Geheimnis. Doch wie sieht es mit E-Zigaretten aus? Reagieren die Sensoren eines Rauchmelders auch auf den Dampf der elektronischen Modelle? Die kurze Antwort auf diese Frage lautet: ja und nein. Die längere Antwort können Sie hier nachlesen.

Entscheidend ist die Partikeldichte

Generell muss zunächst die Art des Rauchmelders identifiziert werden, um auf die Frage eine Antwort zu liefern. Während einige Rauchmelder schon bei leichter Rauchentwicklung anspringen, reagieren andere erst recht spät. Für alle Melder gilt: Der Wortbestandteil „Rauch“ suggeriert fälschlicherweise, dass die Geräte nur bei der Entwicklung von Rauch ausgelöst werden.

Da eine E-Zigarette jedoch dampft und nicht qualmt, sollte der Rauchmelder eigentlich nicht anspringen. Doch zwischen Dampf und Qualm macht der Feuermelder keinen Unterschied, wie seine Funktionsweise zeigt:

  • Der Rauchmelder bedient sich eines optischen Warnsystems.

  • Er sendet permanent Lichtstrahlen aus.

  • Die Strahlen werden vom Gerät gemessen.

  • Kommt es zu auffälligen Veränderungen bei den Messwerten und zur Unterschreitung eines gewissen Grenzwertes, bedeutet dies für den Feuermelder eine übermäßige Rauchentwicklung. → er schlägt Alarm

FeuerlöscherEntscheidend ist also nicht die Zusammensetzung des Rauchs oder Qualms, sondern die Partikeldichte. Wenn Sie sich auf einen Stuhl stellen, einen tiefen Zug von Ihrer E-Zigarette nehmen und die Dampfwolke dann direkt gegen den Melder pusten, wird dieser mit großer Wahrscheinlichkeit anspringen und Alarm schlagen.

An dieser Stelle tritt jedoch eine entscheidende Frage auf: Wer stellt sich in seinem Alltag schon auf einen Stuhl, um dort seine E-Zigarette zu dampfen? Die Aussage, dass eine E-Zigarette einen Feuermelder auslösen kann, wird dadurch eindeutig relativiert.

Fakt ist, dass die Dichte des Dampfes unter normalen Umständen nicht ausreicht, um einen optischen Feuermelder auszulösen. Das gelegentliche Dampfen einer E-Zigarette ist auch bei geschlossenem Fenster absolut unproblematisch. Mit einem Auslösen des Feuermelders muss nicht gerechnet werden.

Das wird zusätzlich durch die Tatsache unterstrichen, dass das Dampfen auch in öffentlichen Gebäuden und Zügen erlaubt ist. Würde eine E-Zigarette genauso schnell wie eine herkömmliche Zigarette einen Feueralarm auslösen, wären die Feuerwehren sicher im Dauereinsatz.

Geringeres Brand-Risiko durch E-Zigaretten

Wenn Sie herausfinden wollen, ab welcher Dampfentwicklung Ihr Rauchmelder anspringt, können Sie das ganz einfach testen. Versichern Sie sich jedoch vorher unbedingt, dass der Melder nicht mit der Feuerleitstelle verbunden ist. Die Einsatz-Kosten für einen Fehlalarm müssten nämlich Sie zahlen.

Informiert man sich über das Thema Tabakzigaretten und in Kombination mit Feuermeldern, so werden Sie feststellen, dass früher, trotz Rauchmelder, schwere Brände durch Zigaretten ausgelöst wurden – einfach, weil die Rauchmelder auf den Zigarettenqualm nicht reagierten. Aus diesem Grund sind Rauchmelder heute so sensibel konstruiert und eingestellt, dass sie auch auf den Rauch einer Zigarette reagieren. Dies ist einerseits sehr sinnvoll und verdeutlicht andererseits einen wesentlichen Vorteil der E-Zigaretten: Feuermelder werden weder „versehentlich“ ausgelöst, noch gibt es überhaupt die Gefahr eines lebensbedrohlichen Brands, denn: Eine E-Zigarette geht aus, wenn längere Zeit nicht an ihr gezogen wurde. Dadurch wird sie auch dann nicht zur Gefahr, wenn der Konsument einmal einnickt.

Wer trotzdem nicht das Risiko eines Fehl-Alarms eingehen will (vor allem, wenn der Melder mit der Feuerleitstelle verbunden ist), sollte statt eines Rauch- lieber einen Flammenmelder in den eigenen vier Wänden oder dem Unternehmen installieren. Dieser reagiert, wie der Name es bereits vermuten lässt, auf die Entwicklung von Flammen und schlägt erst dann Alarm, wenn eine gewisse Temperatur oder ein bestimmter Gas-Gehalt in der Luft gemessen wird. Einen solchen Feuermelder, der übrigens generell aufgrund der Dampf- und Rauchentwicklung für die Anbringung in Badezimmer und Küche empfohlen wird, kann auch die dichteste Dampfwolke einer E-Zigarette nicht auslösen. Mit diesem Wissen dampft es sich dann doch wesentlich entspannter.

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