Mesh-Coil-Verdampfer: Der Guide

Veröffentlicht am: 07.01.2019 12:56:52
Kategorien: Themen Rss feed

Mesh-Coil-Verdampfer

In den letzten Jahren ist man in der Dampferszene nach immer größeren Dampfwolken auf der Suche. Der Dampf soll mehr, dichter, intensiver und geschmackvoller werden. Erst schaffte man das mit den Dual Coils, einer zweiten Heizwendel also. Spätestens seit dem Aspire Cleito Pro bedient man sich einem altbekannten Material: dem Mesh-Draht.

Was früher für die Liquidzufuhr eingesetzt wurde, verdampft heute das Liquid in der Watte. Was die Mesh Verdampfer so besonders macht, wie sie funktionieren und für wen sie geeignet sind, erklärt dieser Artikel.

Was ist ein Mesh Verdampfer?

Mesh heißt auf Deutsch eigentlich so viel wie „Geflecht“. Nun ist ein Mesh-Draht nicht unbedingt ein Geflecht, eher ein flaches Band aus Edelstahl oder Kanthal, in das wabenförmig Löcher gestanzt wurden. Es funktioniert aber ähnlich wie ein Geflecht.

Mesh-Heizwendeln berühren die Watte gleichmäßig und auf großer Fläche und sind dadurch dazu fähig, die Hitze besser zu verteilen, als das bei herkömmlichen Heizwendeln der Fall ist. Davon verspricht man sich besseren Dampf, der auch noch den Geschmack des Liquids besser transportieren soll.

Vorteile vom Mesh Draht gegenüber Clapton Coil und Co.

Die Vorteile des Mesh Verdampfers ergeben sich vor allem daraus, dass das Material großflächiger und dünner ist. Es ist also weniger Masse vorhanden, so dass das Gewebe sich schneller und gleichmäßiger erhitzen lässt.

Damit verdampft auch das E-Liquid schneller, intensiver und gleichmäßiger. Die größere Oberfläche des Mesh sorgt für mehr Verdampfung in kürzerer Zeit. Dafür ist schneller Liquidtransport notwendig, der auch durch die Eigenschaften des Mesh-Materials nicht beeinträchtigt wird.

Ein weiterer Vorteil ergibt sich durch eine recht kluge Entscheidung der Hersteller. Die Verdampfer, die als Mesh Coil Verdampfer konzipiert sind, sind auch in vielen bestehenden Tanks einsetzbar. So kann man die Technologie einmal testen und sich davon überzeugen lassen, ohne in ein neues Set-Up investieren zu müssen.

Noch mehr Dampfentwicklung

Wer auf der Suche nach idealer Dampfentwicklung ist, die womöglich auch noch einen einwandfreien Geschmack verspricht, dem seien Mesh-Verdampfer definitiv ans Herz gelegt. Nicht nur erwartet einen mehr Dampf, er entsteht auch gleichmäßiger und direkter. Das Material heizt sich nämlich schnell auf und kühlt auch schneller wieder ab. Dauerziehen ist damit weniger ein Problem, als bei herkömmlichen Coils.

Mesh Coils halten länger

Dadurch, dass das dünne Mesh schneller abkühlt und die Watte gleichmäßiger erhitzt, wird sie nicht so sehr beansprucht, wie das bei anderen Heizwendeln der Fall ist. Der Effekt davon ist, dass die Watte nicht so schnell ankokelt und damit länger hält. Manche berichten gar von Nutzungsdauern, die drei- bis fünfmal so lang ausfallen.

Damit ist der Schwachpunkt Watte im Verdampfer geschickt umgangen und man hat länger was vom Lieblingsverdampferkopf. Selbst mehrere verschiedene Liquids scheint ein Mesh Verdampfer besser hintereinander auszuhalten, selbst wenn der Geschmack des Vape Juice sehr intensiv ist.

Sind Mesh Coil Verdampfer etwas für mich?

Mesh Coil Verdampfer sind vor allem im Sub-Ohm-Bereich und unter Cloud Chasern interessant. Wer gern mit hohen Leistungen zu tun hat, sollte dieses Material definitiv einmal ausprobiert haben. Intensive Dampfer, die zugleich aber auf eher kühleren Dampf stehen, holt der Mesh Verdampfer genauso ab. Allerdings darf man dann vor höheren Kosten nicht zurückschrecken.

Der Draht ist nämlich prinzipiell schonmal teurer. Außerdem verbraucht man durch die hohe Leistung mehr Liquid (da mehr verdampft wird) und Energie, sofern man das Maximum überhaupt ausreizen will. Ein Vorteil der Mesh Coils ist nämlich, dass er auch bei niedrigen Leistungen überraschende Geschmackserlebnisse liefert. So gesehen hat man dann wieder weniger Energieverbrauch.

MTL-Dampfen mit Mesh Coils?

Wer hauptsächlich wegen Nikotins dampft und dabei den Stil des Mund-zu-Lunge-Dampfens (Backedampfen/MTL) bevorzugt, für den sind Mesh Coils nicht ganz optimal. Sie sind fast ausschließlich im Sub-Ohm-Bereich angesiedelt und am besten für direkte Lungenzüge (direct lung) geeignet.

Das hat zwar nur indirekt mit dem elektrischen Widerstand (Ohm) an sich zu tun. Dadurch, dass Mesh Verdampfer aber eine gute Luftzufuhr brauchen, sind Set-Ups mit Open Draw in dem Zusammenhang nicht selten. Das liegt vor allem daran, dass die große Menge an entstandenem Dampf auch irgendwo hin muss. Je mehr Dampf produziert wird, desto weniger ist es für Backendampfer geeignet.

Mesh Fertigcoils vs. Mesh RTA und RDA zum Selbstwickeln

Angefangen hat es beim Thema Mesh mit Fertigcoils. Diese waren so gut, dass selbst eingeschworene Selbstwickler von der Qualität der Mesh Fertigverdampfer überrascht waren. Sie scheinen qualitativ tatsächlich an herkömmliche RTA und RDA heranzukommen.

Mesh Coils kann man allerdings selbstverständlich auch selbstwickeln. Während man bei herkömmlichen Heizwendeln selbst den Draht zurecht biegen kann, kommt er hier allerdings schon fix und fertig perforiert an. Das Mesh Gewebe ist also fertig zu kaufen und ganz so viel Freiraum wie bei anderen Wicklungen hat man nicht. Qualitativ muss man sich wohl wie so oft selbst ein Bild machen.

Tröpfler oder mit Tank?

Tröpfel-Verdampfer und viel Liquidverbrauch, der bei den Mesh-Drähten der Fall ist, vertragen sich ja eigentlich nicht so gut. Das ständige Nachtröpfeln ist dabei vielleicht eher nervig. Allerdings passt in das Set-Up viel Watte hinein, die das Liquid speichert.

Dampft man den Mesh Verdampfer also bei gemäßigter Leistung und gewöhnlichem Liquidverbrauch, ergibt der Mesh-Tröpfelverdampfer durchaus Sinn und eignet sich gut zum Liquid Verkosten (nicht zuletzt aufgrund des angeblich besseren Geschmacks). Selbstverständlich ist auch gegen einen Mesh Coil Verdampfer im Tank nichts einzuwenden – im Gegenteil.

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