Rauchende Eltern legen den Grundstein für ihre Kinder

Veröffentlicht am: 29.06.2016 15:21:17
Kategorien: Themen Rss feed

Bild: flickr.com // Francesca M. Fortana // CC BY-ND 2.0

Kinder lernen in erster Linie von ihren Eltern. Verhalten und Angewohnheiten werden imitiert und prägen die Kleinen insbesondere in den frühen Lebensjahren. Ein Aspekt, der natürlich auch auf das Rauchverhalten der Eltern zutrifft.

Viele Studien und Umfragen belegen mittlerweile, dass die meisten Kinder, die in Raucherhaushalten aufwachsen, später selbst zur Zigarette greifen. Was man dagegen tun kann und welche Maßnahmen wirklich helfen, soll dieser Artikel zeigen.

Faszination Zigarette

Der Grundstein für das Rauchen wird tatsächlich bereits im frühen Kindesalter gelegt. Eine Tatsache, der sich viele Mütter und Väter beim täglichen Griff zur Zigarette oft nicht bewusst sind. Selbst, wenn außerhalb der Reichweite der Kinder geraucht wird, fasziniert dieses seltsame Ritual die Kleinen auf besondere Art und Weise.

Hinzukommt, dass Kinder grundsätzliche Verhaltensweisen der Erwachsenen aus ihrem Umfeld nachahmen. So sieht man beispielsweise immer wieder Kinder, die das Rauchen spielerisch imitieren. Sogar sogenannte Kaugummi- oder Schokoladenzigaretten werden im Handel angeboten, deren Verpackung und Aussehen stark an echte Zigaretten erinnern. So entdecken Kinder langsam aber sicher ihr Interesse für die qualmenden Glimmstängel.

Aus Interesse wird der erste Rauchversuch

Das anfängliche Interesse, wird meist mit der Pubertät zu ersten Rauchversuchen. Jetzt gibt sich niemand mehr mit Kaugummizigaretten zufrieden. Rauchen wird von Jugendlichen oft mit Reife und Erwachsenendarsein verbunden – nicht zuletzt dann, wenn auch die Eltern zuhause den Aschenbecher täglich füllen.

Wer in der Clique „mitspielen“ möchte, muss einfach auf Lunge ziehen oder zumindest ein bisschen paffen. Zigarettenvarianten, die mit Menthol angereichert wurden, erleichtern den Einstieg zusätzlich. Selbst dann, wenn der eigentliche Geschmack des Glimmstängels überhaupt nicht zusagt. Der Tabakgeschmack ist hier weniger intensiv, nahezu angenehm frisch. Eine „ideale Alternative“ für Jugendliche, die nur aufgrund der erhofften Akzeptanz in der Gruppe rauchen.

Früh übt sich - leider

Am Ende führen kindliche Prägung und der vielbesagte Gruppenzwang zum Unvermeidlichen. Durch den Suchstoff Nikotin geraten Jugendliche bereits im Alter von 13 oder 14 Jahren – manchmal sogar noch früher – in die Abhängigkeit. Ein gefährlicher Kreislauf, der oft für den Rest des Lebens nicht durchbrochen wird, denn: Nur die Wenigsten schaffen die Rauchentwöhnung.

Eltern müssen handeln

Ein radikaler, aber lohnender Schritt ist sicherlich, spätestens mit der Gründung einer Familie der Zigarette zu entsagen. Mittlerweile ist es nicht unüblich, dass viele Eltern dieses Laster bereits lange vor der Geburt des Kindes ablegen. So gehen sie mit gutem Beispiel voran und zeigen dem Nachwuchs vom Kleinkindalter an, dass Rauchen eine grundsätzlich schlechte Angewohnheit ist.

Natürlich ist ein solcher Schritt dennoch keine Garantie dafür, dass das Kind später wirklich nicht zum Raucher wird. Schließlich sind es in den späteren Lebensjahren besonders die Freunde, die einen enormen Einfluss auf die Jugendlichen haben. Wenn jemand im näheren Umfeld raucht, können sich auch die eigenen Kinder schnell dafür begeistern.

Wenn die Befürchtungen sich bewahrheiten, gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren. Strafen oder Drohungen helfen nicht. Im Gegenteil: Meist wird es sogar noch schlimmer und die Jugendlichen beginnen, grundsätzlich gegen die Anordnungen der Eltern zu rebellieren. Hier hilft ein klärendes, sachliches Gespräch weiter, in dem man versucht herauszufinden, warum das eigene Kind zur Zigarette greift. Gegebenenfalls können auch eigene Erfahrungen in dieses Gespräch einfließen. Am besten wirken diese natürlich, wenn die Eltern (mittlerweile) selbst Nichtraucher sind. Greifen sie jedoch weiterhin zur Zigarette, gibt aus Sicht der Kinder keinen Grund, damit aufzuhören – schließlich rauchen die Eltern ebenfalls.

Auch Beratungsstellen für Jugendliche können weiterhelfen, um die Gefahren des Nikotinkonsums zu verdeutlichen. Besonders dann, wenn man als Elternteil realisiert, dass unabhängige Gesprächspartner vielleicht besseren Zugang zu den jungen Erwachsenen finden.

Die eigene Rauchentwöhnung lohnt sich also nicht nur für die eigene Gesundheit, sondern auch wegen der eigenen Kinder. Mütter und Väter müssen einfach als Vorbild dienen und ihren Nachwuchs von Beginn an über die Gefahren des Rauchens aufklären. Das gestaltet sich natürlich recht schwierig, wenn man dabei eine Zigarette in der Hand hält. Die eigene Rauchentwöhnung ist hier also immer noch der erste Schritt.

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