Wie die EU das Dampfen auf den Kopf stellen will (Teil 2)

Veröffentlicht am: 20.07.2015 14:06:00
Kategorien: Themen Rss feed


Bild: flickr.com // openDemocracy // CC BY-SA 2.0

Welche Beweggründe zu der kontroversen E-Zigaretten Diskussion führten und wie die EU das Dampfen zukünftig zu einer sicheren Sache machen will, wurde im ersten Teil dieses Artikels bereits erläutert. Für Dampfer in ganz Europa stellt sich nun natürlich die Frage, wie diese neuen Gesetze den eigenen Dampf-Alltag zukünftig verändern oder tatsächlich komplett auf den Kopf stellen werden.

Was ändert sich für den Dampfer?

Neue Gesetze sorgen natürlich auch für Unklarheiten, besonders wenn es hierbei um „etwas Neues“ oder konkret die E-Zigarette, geht. Ob und wie sich die neuen Richtlinien der Damen und Herren aus Brüssel auf das bis jetzt noch unbeschwerte Dampfen auswirken, ist eine quälende Frage.

Tatsächlich hängt dies stark von den einzelnen Mitgliedstaaten selbst ab. Die EU gestattet den Ländern recht freie Entscheidungsmöglichkeiten, dass „E-Zigaretten Problem“ anzugehen. So liegt es beispielsweise im Ermessen der Länder, ob:

  1. Das Dampfen mit dem Tabakkonsum gleichgesetzt wird und so in öffentlichen Räumen grundsätzlich verboten ist.

  2. Gleiches gilt für die (recht unsinnige) Apothekenpflicht der E-Zigarette. Auch hier gilt: Jedes EU-Mitglied entscheidet selbst, ob die E-Zigarette bald ein medizinisches Produkt ist.

Positiv zu beurteilen – und zwar für Dampfer und Nicht-Dampfer gleichermaßen - ist die strengere Überwachung der Liquids, die Verbrauchern einen besseren Überblick über Inhaltsstoffe und Zusammensetzung der Produkte eröffnet. Das war bisher nicht der Fall, wodurch mitunter minderwertige Liquids auf dem Markt landeten.

Die Unsinnigkeit der Apotheken-Zigarette

Die kontroverse Idee, E-Zigaretten als medizinisches Produkt nur noch in Apotheken zu verkaufen, bleibt Dampfern in Deutschland zunächst erspart. Bereits Ende 2014 wurde ein bundesweites Urteil gefällt, nachdem E-Zigaretten kein Arzneimittel oder Medizinprodukt sind. Wie die Entscheidung in anderen EU-Ländern aussieht, bleibt jedoch abzuwarten.

Aus Dampfer-Sicht kann diese Klassifizierung jedoch nichts anderes sein, als ein Versuch, die E-Zigarette vom Markt zu drängen – zumal es einfach unsinnig ist, eine elektronische Zigarette lediglich in der Apotheke anzubieten, während der schädliche(re) Tabak an jedem Kiosk weiterhin frei verkäuflich ist.

Die Grundidee dahinter: Viele Raucher sehen in der E-Zigarette eine Möglichkeit zur Rauchentwöhnung, also eine Art modernes Nikotinpflaster. Allerdings ist hier genauso fraglich, warum die EU der E-Zigarette diesen Zweck aberkennen will – da passt die eine Argumentation nicht zu der anderen.

Hat die E-Zigarette in Europa eine Zukunft?

Zweifelsohne hat Brüssel der E-Zigarette den Kampf angesagt. Gleiches gilt auch für die Tabaklobby, die bereits seit einiger Zeit versucht, Steuern zukünftig auch für die E-Zigarette zu erwirken. Was Dampfern in Europa und dem Rest der Welt zukünftig noch bevorsteht, ist momentan nur schwer abzuschätzen. Sicherlich werden im Verlauf der nächsten Jahre weitere Gesetzesentwürfe vorgelegt, die den kontrollierten Gebrauch der E-Zigarette weiter ausbauen sollen.

Für E-Raucher aus Deutschland wird sich zukünftig allerdings nicht allzu viel ändern. Das Dampfen unterliegt nicht dem Nichtraucherschutzgesetz und auch eine Apothekenpflicht ist eher unwahrscheinlich. Allerdings sieht es nicht in allen Mitgliedsstaaten der EU die Aussicht so rosig aus.

In Österreich hat man sich bereits darauf geeinigt, dass E-Zigaretten Produkte ausschließlich in Kioskläden (Trafiken) angeboten werden dürfen, in Wales wird das Dampfen bald komplett aus der Öffentlichkeit verbannt. Die Toleranz gegenüber der E-Zigarette ist in jedem EU-Land also recht unterschiedlich.

Der zukünftige Werdegang der E-Zigarette bleibt ein spannendes Thema, das eine ordentliche Ladung Streitpotenzial birgt. Unsinnige Ideen treffen hier auf gute Verbesserung, die zum Schutz der Jugend und auch zum Schutz der Dampfer selbst beitragen sollen. Das uneingeschränkte Dampfvergnügen hängt dabei jedoch offensichtlich davon ab, wie die einzelnen Mitgliedsstaaten dem Thema E-Zigarette gegenüberstehen. Es bleibt weiterhin spannend.



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